Was suchen Sie?
Wählen Sie die Richtung, die gerade am ehesten passt. Sie können jederzeit zu einem anderen Abschnitt springen.
Wenn es akut oder unklar gefährlich ist
Nummern, Notfallweg, schnelle Orientierung. Vor langer Suche.
Wenn Sie selbst erschöpft sind oder reden müssen
Fachstelle Angehörigenarbeit, Pro Mente Sana — nicht erst, wenn Sie zusammenbrechen.
Wenn Sie Austausch mit Angehörigen suchen
Selbsthilfe entlastet, wo reine Information nicht mehr reicht.
Wenn rechtliche oder Systemfragen blockieren
Ombudsstellen, FU, Vorsorgeauftrag, Versicherung, Beschwerden.
Wenn Sie Unterlagen mitnehmen wollen
Notfallkarte, Krisenplan, Kurzblatt — zum Ausdrucken oder Weitergeben.
Wenn Sie heute etwas für sich notieren wollen
Eine Nummer, ein Dokument, ein nächster Schritt — lokal auf Ihrem Gerät.
Beratung und erstes Gespräch
Diese Stellen sind die erste Wahl, wenn Sie eine vertrauliche Einordnung, ein erstes Gespräch oder konkrete fachliche Orientierung brauchen — auch für Familie und Kinder.
Fachstelle Angehörigenarbeit PUK Zürich
Persönliche, vertrauliche und kostenlose Beratung — auch wenn die erkrankte Person nicht bei der PUK in Behandlung ist. Mo–Fr nach Vereinbarung.
Pro Mente Sana
Schweizweite psychosoziale und juristische Beratung — besonders sinnvoll bei FU, Patientenverfügung, Vorsorgeauftrag oder Konflikten mit Institutionen. Telefonisch zu festen Beratungszeiten; die e-Beratung kann jederzeit gesendet werden, antwortet aber nicht sofort.
Auch nachts, anonym oder für Kinder und Jugendliche
Nicht jede dringliche Situation ist eine 144- oder 117-Lage. Diese Kontakte sind besonders hilfreich, wenn jemand sofort reden muss, Gewalt im Raum steht oder Kinder und Jugendliche direkt mitbetroffen sind.
Die Dargebotene Hand
Anonyme Gesprächs- und Krisenhilfe für Erwachsene — auch für Angehörige, die nachts oder am Wochenende nicht allein bleiben möchten.
Pro Juventute 147
Für Kinder und Jugendliche, die selbst überfordert sind, sich sorgen oder nicht wissen, mit wem sie sprechen sollen. Telefon, Chat und SMS sind rund um die Uhr erreichbar.
Opferhilfe Zürich · 24-h-Telefon
Wenn Gewalt, Bedrohung oder Stalking im Raum stehen. Anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar — auch dann, wenn Sie erst einmal nur klären möchten, wie ernst die Lage ist.
Austausch mit anderen Angehörigen
Diese Angebote sind besonders hilfreich, wenn Sie nicht nur Information, sondern Resonanz und Erfahrung von anderen Angehörigen suchen — ohne dass alles von Grund auf erklärt werden muss.
VASK Zürich
Verband Angehöriger psychisch Kranker. Selbsthilfe-Treffpunkte, Austausch mit Menschen in ähnlicher Situation.
Selbsthilfe Zürich
Vermittlung von Selbsthilfegruppen in der Region Zürich, darunter auch eine bipolar-spezifische Angehörigengruppe.
Schweizweite Alternativen
Wenn keine Gruppe in Zürich passt oder Sie ausserhalb der Region suchen: Selbsthilfe Schweiz vermittelt regional weiter, und EQUILIBRIUM bietet Austausch- und Informationsangebote zu Depression und bipolaren Erkrankungen, auch für Angehörige.
Recht, Ombudsstellen und Systemfragen
Diese Angebote sind besonders sinnvoll, wenn Versicherung, Finanzierung, Beschwerdewege oder andere Systemfragen blockieren. Diese Themen werden selten leichter, wenn man sie lange liegen lässt.
Ombudsstelle Krankenversicherung
Bei Leistungsstreitigkeiten mit der Krankenkasse. Kostenlos und unabhängig.
Notfallnummern (143, 144, 117, 147, Opferhilfe 24 h, Ärztefon – Notfalldienst Zürich) finden Sie auf der Notfallseite →
Optional Wenn das Versorgungssystem zusätzlich belastet Dann öffnen, wenn Versorgung, Versicherung oder Zuständigkeiten selbst zur Belastung geworden sind.
Viele Angehörige tragen neben Sorge und Erschöpfung auch Frust auf das Versorgungssystem in sich: wegen Wartelisten, unklarer Zuständigkeiten, Schweigepflicht, Ablehnungen oder dem Gefühl, mitzutragen und trotzdem kaum Einfluss zu haben. Dieser Frust ist nicht bloss Ärger. Er ist oft eine zusätzliche Belastungsschicht.
- «Die erkrankte Person erfüllt die Kriterien für eine Hospitalisation nicht.» — obwohl die Situation eskaliert.
- «Wir können ohne Einwilligung keine Informationen weitergeben.» — obwohl Sie den Alltag mittragen.
- «Der nächste freie Therapieplatz ist in vier Monaten.» — obwohl die Lage jetzt kippt.
- «Als Angehörige und Nahestehende haben Sie keinen Anspruch auf Beratung.» — obwohl Sie direkt betroffen sind.
Diesen Frust ernst zu nehmen heisst nicht, das System pauschal abzuwerten. Es heisst, zusätzliche Belastung nicht mit persönlichem Versagen zu verwechseln. Wenn Hilfewege zermürben, dürfen Sie Beratung, Beschwerdewege und Ombudsstellen nutzen.
Besonders sinnvoll sind hier: Pro Mente Sana für psychosoziale und juristische Einordnung, die Ombudsstelle Krankenversicherung bei Leistungsstreitigkeiten, Selbsthilfeverbände für Erfahrungsaustausch und die jeweiligen Rückmelde- oder Beschwerdewege von Kliniken oder Trägerschaften.
Was Sie konkret tun können — wenn das System blockiert
- Schriftlich dokumentieren: Datum, Aussage, Kontaktperson festhalten — bei Beschwerden entscheidend.
- Pro Mente Sana kontaktieren: Gute erste Anlaufstelle für psychosoziale und juristische Einordnung. promentesana.ch
- Ombudsstelle Krankenversicherung: Besonders passend bei Leistungsstreitigkeiten oder abgelehnten Kostengutsprachen. om-kv.ch
- Rückmeldung an Klinik oder Trägerschaft: Formelle Beschwerde über den internen Beschwerdeweg — oft wirksamer als erwartet.
Optional Orientierung nach Angehörigenrolle Je nach Konstellation drängen unterschiedliche Fragen nach vorn. Öffnen, wenn Sie Ihre Rolle noch gezielter einordnen möchten.
Partnerin und Partner
Oft stehen Beziehung, Alltag, Grenzen, Kinder, Geld und Tragfähigkeit im Zentrum. Häufig passend: Modul 3, 5, 6 sowie Angehörigen- oder Paarberatung.
Eltern
Viele Eltern schwanken zwischen Sorge, Schutzimpuls und Loslassen. Hilfreich sind oft Einordnung, Systemwissen und Beratung für die Familie.
Geschwister
Geschwister tragen oft mit, ohne klare Zuständigkeit zu haben. Austausch, Grenzklärung und Systemorientierung helfen hier oft mehr als zusätzliche Übernahme.
Erwachsene Kinder
Wenn ein Elternteil erkrankt ist, mischen sich Loyalität, Parentifizierung und eigene Lebensplanung. Besonders hilfreich sind oft Familienperspektive und externe Beratung.
Wenn kulturelle Prägung die Situation zusätzlich formt
Diese Website ist aus einer Schweizer Perspektive geschrieben. Aber Zürich ist vielfältig — und kulturelle Hintergründe beeinflussen, wie Familien mit psychischen Erkrankungen umgehen: wie offen darüber gesprochen wird, wer als zuständig gilt, ob professionelle Hilfe als legitim oder als Eingeständnis von Schwäche betrachtet wird.
Einige Muster, die in der Forschung und in der Praxis sichtbar werden:
- Stigma-Intensität variiert: In vielen Kulturen ist psychische Erkrankung stärker stigmatisiert als in der Schweizer Mehrheitsgesellschaft. Die Angst, dass die Familie «Gesicht verliert», kann dazu führen, dass Angehörige noch isolierter sind — und noch später Hilfe suchen.
- Familienpflicht-Erwartungen: In Kulturen mit starkem Familismus wird erwartet, dass die Familie «es selbst regelt». Professionelle Hilfe zu holen, kann als Verrat an der Familie empfunden werden. Für Angehörige entsteht ein doppelter Druck: die Last tragen und gleichzeitig nach aussen Normalität wahren.
- Spirituelle oder religiöse Deutung: Manche Familien erleben die Erkrankung primär als spirituelle Prüfung, als Strafe oder als Besessenheit. Das schliesst psychiatrische Behandlung nicht aus, kann aber den Zugang erschweren oder verzögern.
- Sprachbarrieren: Wenn die erkrankte Person oder die Angehörigen die Landessprache nicht fliessend sprechen, wird die Kommunikation mit dem Behandlungsteam zur zusätzlichen Hürde. Dolmetscherdienste in psychiatrischen Kontexten sind in der Schweiz verfügbar, aber nicht immer selbstverständlich — fragen Sie aktiv danach.
Wenn Sie sich in einem dieser Muster wiedererkennen: Ihre kulturelle Prägung ist kein Hindernis — sie ist Teil Ihrer Realität. Gute Angehörigenberatung berücksichtigt das. Die Fachstelle Angehörigenarbeit PUK Zürich berät auch in kulturell vielfältigen Situationen. Zögern Sie nicht, Kontakt aufzunehmen: 058 384 38 00.
Materialien zum Mitnehmen
Wenn Sie nicht die ganze Sammlung durchsuchen möchten, beginnen Sie mit den Unterlagen, die in der aktuellen Lage am meisten Entlastung oder Struktur bringen. Wenn Sie nur noch eine Sache anklicken möchten, beginnen Sie hier.
Ich brauche jetzt …
Wählen Sie die Lage, die gerade am ehesten passt. Sie bekommen 1 bis 3 passende Materialien, Kontakte oder nächste Schritte statt der ganzen Liste auf einmal.
Notfallkarte Kanton Zürich
Für akute oder unklare Krisen. Alle wichtigen Nummern mit kurzer Einordnung, wann welche Stelle sinnvoll ist. Gut zum Ausdrucken und griffbereit Halten.
Notfallkarte direkt herunterladenKrisenplan-Vorlage – Bipolare Störung
Für stabile oder halbwegs ruhige Phasen. Hilft, Frühwarnzeichen, Kontakte, Medikamente und Klinikwünsche vor einer nächsten Eskalation zu ordnen.
Krisenplan direkt herunterladenWas stabilisiert - was schadet
Für den Alltag zwischen den Krisen. Ein kompaktes Blatt zu Kommunikation, Selbstfürsorge, Grenzsetzung und Frühwarnzeichen.
Kurzblatt direkt herunterladenGrenzsetzung
Wenn Sie merken, dass Sie zu viel tragen oder sich in Gesprächen verlieren. Dieses Blatt liegt jetzt als überarbeitete PDF-Handreichung vor und ist besonders hilfreich, wenn Gespräche, Medikamente oder Eskalationsgrenzen im Alltag immer wieder unscharf werden.
Handout-Vorschau öffnenTrauer ohne klaren Abschied
Wenn die Belastung weniger akut als zermürbend ist. Auch dieses Blatt gehört noch zum älteren Handout-Archiv. Für den schnellsten Einstieg bleiben die drei Downloads oben die bessere erste Wahl.
Handout-Vorschau öffnenWeitere Downloads Drei kurze Praxisblätter direkt herunterladen Wenn Sie lieber ein kompaktes Einzelblatt zu Warnsignalen, Krisenplan oder Grenzsetzung mitnehmen möchten.
Diese drei PDFs sind schlanker als viele Archiv-Handouts und eignen sich gut, wenn Sie ein einzelnes Thema gezielt ausdrucken, speichern oder weitergeben möchten.
Optionales Archiv Das vollständige Handout-Archiv öffnen Erst nötig, wenn die kuratierten Materialien oben nicht reichen. Viele dieser Blätter stammen noch aus einem älteren PDF-Bestand.
Hier finden Sie die vollständige Sammlung. Wenn Sie unsicher sind, beginnen Sie mit den kuratierten Materialien oben und kommen Sie erst danach hierher zurück.
Wichtig für die Einordnung: Diese Handouts sind inhaltlich weiterhin nützlich, stammen technisch aber überwiegend aus einem älteren PDF-Bestand. Sie sind deshalb schwerer und weniger einheitlich als die drei leichten Schnell-Downloads oben. Wir überarbeiten diesen Bestand schrittweise.
Alle 24 Archiv-Handouts nach Modul
Jedes Blatt fasst ein Kernthema auf 1–2 Seiten zusammen. Gut zum Nachlesen, Ausdrucken oder Weitergeben innerhalb der Familie.
Mini-Plan auf diesem Gerät speichern
Wenn Sie heute etwas festhalten möchten, können Sie hier Ihren persönlichen Mini-Plan lokal im Browser speichern. Alles bleibt auf Ihrem Gerät — nichts wird gesendet.
Auf geteilten Geräten (Familien-Tablet, gemeinsam genutzter PC): Bitte keine belastenden Namen oder Details eintragen — der Plan liegt unverschlüsselt im Browser. Mit dem Button „Mini-Plan löschen" unten jederzeit entfernbar. Wenn Ihnen das zu viel ist, lassen Sie diesen Bereich einfach aus und nehmen Sie nur eine Nummer oder ein Dokument mit.
Meine Nummern, mein nächster Schritt, mein Dokument
Gespeichert auf diesem Gerät
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Sie müssen nicht wissen, was Sie sagen wollen
Die Fachstelle Angehörigenarbeit berät auch Sie — nicht nur die erkrankte Person. Kostenlos und vertraulich.
Niemand muss das alleine tragen. Es gibt Menschen, Stellen und Angebote, die genau für Situationen wie Ihre gemacht sind — auch wenn sie manchmal schwer zu finden sind.
Dieser Überblick ist ein Ausgangspunkt. Nicht jede Ressource passt für jeden — aber eine davon passt für Sie.

Abschluss des Lernpfads Wenn Sie gerade alle acht Module durchgearbeitet haben Öffnen, wenn Sie die Website als vollständigen Lernpfad abschliessen und den Bogen zum Ganzen noch einmal sehen möchten.
Ein nächster Schritt reicht.
Wenn Sie gerade nicht wissen, womit beginnen: Speichern Sie heute eine Nummer, laden Sie ein passendes Dokument herunter oder vereinbaren Sie ein erstes Gespräch. Mehr muss daraus im Moment nicht werden.
Worauf es ankommt
Was Sie durch diese acht Module mitgenommen haben können
Verstehen entlastet: Was als Symptom erkennbar ist, muss nicht mehr als persönliche Verletzung getragen werden — auch wenn beides gleichzeitig wahr sein darf.
Ihre Belastung ist real und messbar — nicht Überempfindlichkeit. Früh-akute Erschöpfung und chronisch-kumulative Zermürbung folgen eigenen Mustern und brauchen eigene Antworten.
Grenzen, Notfallvorbereitung und Kommunikation sind Handwerk — keine moralische Frage. Sie können geübt, angepasst und verbessert werden.
Langfristige Tragfähigkeit entsteht aus Strukturen, nicht aus Willenskraft. Gemeint ist: Der Alltag wird über Zeit etwas haltbarer. Gemeinsames Verständnis, eigene Entlastung und Unterstützung von aussen sind keine Schwäche, sondern echte Hilfe.
Sie sind nicht allein — auch wenn es sich oft so anfühlt. Anlaufstellen, Gruppen und Fachpersonen stehen bereit. Der nächste Schritt muss kein grosser sein.
Was nehmen Sie konkret mit?
Welche eine Erkenntnis aus diesen Modulen verändert etwas für Sie — auch wenn sie klein ist? Und welchen einen konkreten Schritt wollen Sie in den nächsten Tagen tun? Nicht als Aufgabe, sondern als Entscheidung für sich selbst.
Unterstützung darf früh beginnen.
Es braucht nicht erst den Zusammenbruch, bevor Hilfe legitim wird. Ein früher Kontakt, ein klärendes Gespräch oder eine kleine praktische Vorbereitung kann viel entlasten.
Wenn Sie von hier aus nur eines mitnehmen: Suchen Sie nicht nach der perfekten Lösung, sondern nach dem nächsten Schritt, der für Sie gerade tragbar ist.
- Reinares, M. et al. (2016). Family interventions in bipolar disorder. Clinical Psychology Review, 43, 47–57.
- Chiba, R. et al. (2025). Effectiveness of peer support for family caregivers. Psychiatric Services, 76(1), 45–53.
- Grover, S. et al. (2017). Caregiver burden in bipolar disorder. J Affective Disorders, 223, 225–234.
- Miklowitz, D. J. (2010). The Bipolar Disorder Survival Guide. Guilford Press.
- BAG (2019). Gesundheit2030. Bundesamt für Gesundheit.
- Umer, M. et al. (2025). Mapping global evidence of caregiver experiences in bipolar disorder: a scoping review. J Affective Disorders, 374, 191–215.
- Obegu, P. et al. (2025). Care coordination for people living with serious mental illness: the caregiver's perspective. Frontiers in Health Services, 4, 1473235.
- Wittenborn, A. K. et al. (2021). Couple and family interventions for depressive and bipolar disorders: evidence base update. J Marital and Family Therapy, 48(1), 129–153.